Von Fledermäusen und Menschen |
Ergebnisse und Erfahrungen aus einem Modellvorhaben zum Schutz hausbewohnender Fledermäuse Der Untertitel Abschlussbericht zum Erprobungs- und
Entwicklungs - Hauptvorhaben "Schaffung eines Quartierverbundes
für gebäudebewohnende Fledermausarten durch Sicherung und
Ergänzung des bestehenden Quartierangebotes an Gebäuden" lässt
an sich Schlimmes befürchten: schon wieder eines jener Man -
müsste - und - man - sollte - Papiere, deren Erstellung eine Menge
Geld aus Naturschutz- Töpfen verschlingt und von denen es gerade
in den Nein – schon das von zahlreichen anderen Informationswerken und dem in der Praxis unentbehrlichen "Baubuch" bekannte Design mit den schnörkeligen Ziffern und den stupsnasigen, allzeit lachenden Fledermäusen zeigt, dass hier ein weiteres Werk der hessischen Fledermausschützer des AK Wildbiologie aus der Praxis und für die Praxis vorliegt. Noch selten hat ein gefördertes Fledermaus-Artenschutzprojekt überregional so viel Nutzen für die Aktivisten überall im Lande erzeugt, wie das E&E-Vorhaben (Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben), dessen Zielsetzung, Verlauf und Abschluss mit diesem Bericht dokumentiert wird. Und wie um dies zu unterstreichen, gelang es den Autoren, auch den "Abschlussbericht" nicht zur Nabelschau geraten zu lassen, sondern ihn zu einem Handbuch des Quartierschutzes für gebäudebewohnende Fledermausarten werden zu lassen, dessen Lektüre nur wärmstens empfohlen werden kann. Gerade ein knappes Fünftel des Umfanges befasst sich mit dem Modellvorhaben selbst, den zugrundeliegenden Ideen und seiner Durchführung – dann beginnen die "Praxisbeispiele zur Öffentlichkeitsarbeit" (S. 46) und die "Praxisbeispiele zur Neuschaffung von Fledermausquartieren (S. 117), die Vorstellung des "Infopaket zum Fledermausschutz" (S. 145) sowie Schlussfolgerung und Empfehlungen für den Fledermausschutz in Deutschland. Gerade die Praxisbeispiele sind eine wahre Fundgrube an Ideen und Anregungen für neue wie erfahrene Aktivisten im Fledermausschutz: zu jedem der Aspekte Medienarbeit, Infotelefon, Exkursionen, Schulprojekte, Feste, Seminare, Quartierneuschaffungen an Privatgebäuden, an Kirchen, an öffentlichen Gebäuden werden systematisch Zielsetzung, Zielgruppen, Durchführung, Ergebnisse, Effizienzbewertung und eine Checkliste dargestellt. Was benötigt wie viel Zeit? Wie sollte man die Arbeit strukturieren? Wo können Probleme auftauchen? All dies ist flüssig geschrieben, übersichtlich aufgearbeitet und taugt auch zum schnellen Nachschlagen vor eigenen Projektplanungen. Wer sich eher dem "theoretischen Fledermausschutz" verbunden fühlt, findet im Abschlussteil des Buches eine gute Zusammenstellung des Handlungsbedarfes zum Schutz gebäudebewohnender Fledermäuse (Informations- und Koordinationsstellen einrichten, Ehrenamt stärken, externe und interne Weiterbildung ermöglichen, fledermausgerechtes Bauen fördern, Gesetzesvollzug verbessern, Forschung und Erfassung in Auftrag geben), den es nun landauf landab den verantwortlichen Politikern nahe zu bringen gilt. Schlussfolgerung: für Fledermausschützer jeglicher Art ein unbedingt empfehlenswertes Werk – auch für diejenigen, die sonst kaum einmal etwas lesen würden, das den Untertitel "Abschlussbericht" trägt – und darüber hinaus vielleicht sogar ein äußerst konstruktives Beispiel für all die, die uns künftig selbst mit Abschlussberichten zu Fledermausprojekten beglücken möchten. Für alle, die sich über noch mehr Details aus dem Inhalt informieren möchten, stellen wir das Inhaltsverzeichnis des Buchs als Web-Page, Word oder PDF Dokument zur Verfügung. |
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