Fledermausschutz in der Region Schaffhausen-Hegau-Bodensee ...

... ein Überblick über weitere Aktivitäten in den vergangenen Monaten

Wir möchten Sie hier nicht mit der Auflistung trockener Bilanzen langweilen. Um Ihnen dennoch einen Überblick zu geben, was in Sachen Fledermausschutz in unserer Region so läuft, haben wir ein buntes Kaleidoskop von erwähnenswerten Ereignissen aus neuerer Zeit zusammengestellt - alphabetisch geordnet nach Orten. Mehr oder weniger alltägliche Arbeiten wie Vorträge und Exkursionen für die Öffentlichkeit oder für Schulklassen, Beratungsgespräche oder die Aufnahme verletzter oder geschwächter Fledermäuse, kommen zu dieser Liste noch hinzu. Über die Begehung von fast 30 Kirchen auf der Suche nach Fledermausvorkommen im Landkreis Konstanz sowie über eine Reihe von Problemen im Zusammenhang mit Kirchenrenovationen und der Zusammenarbeit mit dem Erzbischöflichen Bauamt werden wir gesondert berichten. Einen ebenfalls etwas ausführlicheren Bericht in einer der nächsten Ausgaben verdient die "Erfolgskontrolle der bisherigen Massnahmen im Fledermausschutz des Kantons Schaffhausen", welche im vergangen Jahr eine zentrale Rolle einnahm.


Aach. Der Flusslauf der Radolfzeller Aach schlängelt sich sozusagen vom Hegau zum Bodensee durch das Herz des Landkreises. Nach und nach wollen wir den gesamten Flusslauf nach jagenden Wasserfledermäusen absuchen und 1996 haben wir reichlich die Hälfte dieses Vorhabens bewältigt. Noch gibt es Zähllücken, aber wir können bereits sagen, dass der Quelltopf der Aach, abgeschnittene Schlingen zwischen Beuren und Hausen, das Gebiet des Singener Stadtparkes, die Staustufe vor Bohlingen, die Altarme bei Rickelshausen und schliesslich der Mündungsabschnitt des Flusses grössere Mengen (Grössenordnung je 10-20 Tiere) von Wasserfledermäusen zur Jagd anlocken. An fast allen anderen Flussabschnitten lassen sich mit Geduld früher oder später auch Einzeltiere finden. Nahezu erfolglos ist die Suche nur an schnellfliessenden Abschnitten oder an engen Stellen mit beidseits üppig wachsenden Ufergehölzen, die nur 2-3m Luftraum über dem Gewässer freilassen.

Bankholzen.
Schon lange lag sie in der Luft - die Entdeckung der ersten Wochenstube der Kleinen Bartfledermaus im Kreis Konstanz. Nun endlich gelang sie hinter dem Fensterladen eines alten Bauernhauses in Bankholzen, gut behütet von den interessierten Hausbewohnern.

Bietingen.
Eines der Quartiere, die ständiger Überwachung bedürfen, ist das Zollhaus in Bietingen, in dem Langohren eine Wochenstube haben: in schöner Regelmässigkeit wechseln sich in diesem gemeindeeignen Gebäude ruhige und weniger ruhige Sommer ab. Zunächst begann es mit einem Brand in der darunter liegenden Wohnung, dann konnten die Tiere ein Jahr ungestört leben, bevor der Speicher von den im Haus wohnenden Kindern zum Abenteuerspielplatz erklärt und mit allem möglichen Sperrgut vollgerümpelt wurde. Nachdem nun wieder ein Jahr in Ruhe vergangen war, mussten wir 1996 erneut feststellen, dass die Tür zu Speicher nicht verschlossen und auf dem Dachboden allerlei Gerümpel zu finden war. Immerhin müssen doch wenigstens einige Langohren in den von uns geschaffenen Spaltenquartieren anwesend gewesen sein, wie einzelne Kotkrümel belegen.

Eigeltingen.
Aufgrund einer alten Ringrückmeldung war uns bekannt geworden, dass es in Schloss Eigeltingen vor 10 Jahren noch eine Mausohrwochenstube gegeben hat. Teile des Schlosses sind bereits renoviert worden, und damit für Fledermäuse nicht mehr zugänglich. Der Rest, der noch zur Sanierung ansteht, konnte trotz erheblicher Bemühungen auch des Regierungspräsidiums aufgrund von Terminproblem des Besitzers nicht besichtigt werden - aber wir bleiben am Ball.

Eigeltingen. Aufgrund der Ergebnisse einer Höhlenkartierung erhielten wir Kenntnis von einigen der wenigen Karsthöhlen im Kreis Konstanz im Wasserburger Tal bei Eigeltingen. Im vergangenen Winter konnten wir sie kontrollieren, wurden aber nur in der Hohlkreuzhöhle fündig, in der drei Mausohren im Winterschlaf angetroffen wurden. Ein viertes war wohl schon bei der Begehung im Februar tot und konnte im Frühjahr im verwestem Zustand auf dem Höhlenboden aufgefunden werden.

Engen/Anselfingen.
Mit grossem Aufwand wurde der Eingang zu einem Stollensystem am Hohenhewen verschlossen, in dem vor langer Zeit Gips zur Düngung in der Landwirtschaft abgebaut wurde und in dem heute vor allem Grosse Mausohren überwintern. Dies war nur durch die Zusammenarbeit der Naturschutzverbände BUND und NABU, dem Umweltamt und Bauhhof Engen und dem dortigen Forstamt möglich. Da der Stollenzugang mitten im Wald an einer steilen Flanke des Vulkankegels liegt, mussten wir das ganze Baumaterial und die Maschinen mit einem Traktor anfahren, und den Beton für das erforderliche, stattliche Fundament vor Ort von Hand anmischen. Trotz des grossen Aufwandes rechtfertigt das Ergebnis die Arbeit: pünktlich im Herbst hielten die Mausohren durch das neue Gitter Einzug in die Höhle, um ihren jetzt ungestörten Winterschlaf anzutreten.
Schalen am HewenBetonieren am Hewen
Bei der Vergitterung von Winterquartieren ist meist viel Handarbeit angesagt, wie hier beim Einbauen der Schalung und beim Betonieren des Fundamentes am Hohenhewen.

Engen, Kloster St.Wolfgang. Eine der wichtigsten Mausohr-Wochenstuben des Hegaus soll Nachbarn bekommen: Narren. Obwohl der eigentliche Wochenstubenbereich räumlich von der geplanten Zunftstube der Engener Fassnächtler abgetrennt ist, dient der umzubauende Dachstock den Tieren als Durchflug nach draussen und als Männchenquartier. Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium sind wir an den Planungen beteiligt und Mausohren (und deren Beschützer) vor zwei Jahren schon Einzug ins Engener Narrenblättle erhielten, werden wir natürlich unsererseits zu gegebener Zeit noch über die Narren zu berichten haben...

Engen, Mühlbachschutzstollen.
Ein mittelalterlicher Gewölbestollen unter der Stadt Engen machte uns neugiereig. Können heute Fledermäuse Winterschlaf halten, wo in grauer Vorzeit die Engener Ledergerber ihr Wasser bezogen? Bisher war ein Zugang für Fledermäuse nicht möglich. Im Zuge der Sanierung des ehemaligen Gasthauses Linde, das sich an der Stadtmauer und damit an einem Ende des Mühlbachschutzstollens befindet, war es möglich, eine Öffnung für die Fledermäuse in der Stadtmauer anzubringen. Frisch vergittert kann nun der ganze Stollen, der in unmittelbarer Nachbarschaft zur Mausohrwochenstube Kloster St.Wolfgang liegt, als Winterquartier angenommen werden.

Espasingen. Bis zu 80 Zwergfledermäuse haben sich in einer Spalte zwischen ausgebautem Dachgeschoss und der Ziegeleindeckung eines Wohnhauses breit gemacht. Da sich die kleinen Hinterlassenschaften der Tiere, vor allem deren flüssigere Bestandteile, durch Spalten der Holzdecke bis ins Wohnzimmer bemerkbar machten, wurden wir zur Hilfe gerufen. Unsere Vorschläge werden hoffentlich zu einer langfristigen und für die Fledermäuse positiven Lösung des Problems führen.

Gailingen. Schon 1995 war am 21. August in einem Nistkasten bei Gailingen endlich wieder einmal der lange erhoffte Fund einer beringten Rauhautfledermaus gelungen und wir durften einen wertvollen Hinweis erwarten, wo die bei uns überwinternden "Rauhhäute" eigentlich herkommen. Die Nachricht traf im Frühjahr dieses Jahres ein und enthielt ausser dem Hinweis auf den Geburtsort des Tieres im heutigen Land Brandenburg (644km nordöstlich von Gailingen) eine kleine Sensation: das Weibchen war genau 10 Jahre, 1 Monat und 8 Tage vor dem Wiederfund als Jungtier markiert worden und zählt damit zu den ältesten bekannt gewordenen Rauhautfledermäusen überhaupt. Ein kleines Rechenspiel hierzu: geht man davon aus, dass das Tier regelmässig zwischen Wochenstuben- und Wintergebiet hin und hergewandert ist (was wir aufgrund zahlreicher Befunde annehmen dürfen), liegt die Gesamtleistung des rund 10g schweren Tierchens bei über 13.000 Wanderkilometern - die abendlichen Jagdflüge noch nicht mit eingerechnet!

Gailingen. Jetzt hat die deutsche Seite auch ihre Wasserfledermaus-Flugstrasse. Dass diese Erscheinung bisher aufs benachbarte Schweizer Gebiet beschränkt war, lag weniger daran, dass sich die Fledermäuse hüben anders verhalten als drüben, sondern eher an der bisher fehlenden Nachsuche durch uns. In einer konzertierten Aktion zusammen mit vielen begeisterten Kindern aus dem Kinderprojekt "Natur statt Glotze" konnte diesem Mangel nun abgeholfen werden: immerhin 60 Wasserfledermäuse nahmen in kürzester Zeit den Weg vom Wald an den Zählposten vorbei zum Rhein.

Gottmadingen. Mittels Computer, Infrarotlichtschranke, deutschem Geld und schweizer Knowhow werden hier seit 1996 Jahr sämtliche Ein- und Ausflüge an der grossen Mausohr-Wochenstube registriert. Über dieses Projekt werden wir in einer der nächsten Ausgaben ausführlicher berichten.

Hilzingen. Auch aus Hilzingen gibt es jetzt einen Nachweis der Kleinen Bartfledermaus, wenn auch einen zunächst unerfreulichen: vermutlich durch eine Katze oder einen anderen Beutegreifer war ein junges Männchen im Sommer so übel zugerichtet worden, dass es sich nur noch in einen Fledermauskasten retten konnte, wo es gefunden und zu uns gebracht wurde. Leider kam jede Hilfe zu spät. Dennoch macht uns der Vorfall Hoffnung, dass in dieser Gegend vielleicht mit der Entdeckung eines weiteren Bartfledermausquartieres gerechnet werden kann.

Hohenfels. Ausser den fundierten Berichten aus Schloss Möggingen kennen wir zum Thema "ehemalige Hufeisennasenquartiere im Kreis Konstanz" nur noch nebulöse Angaben aus Schloss Hohenfels unweit von Stockach. Höchste Zeit also, dem dortigen Internat einmal wieder aufs Dach zu steigen. Wir haben sämtliche Dachstühle des historischen Gebäudekomplexes untersucht, aber natürlich keine Hufeisennasen gefunden. Dafür aber Kotspuren, die auf Mausohrmännchen oder zumindest zeitweise anwesende Mausohren hinweisen. Relativ zäh zeigen sich einige "treue" Mausohren, die Jahr für Jahr in einem bereits seit 20 Jahren zum Wohnhaus umgebauten Ökonomiegebäude in Hohenfels unter dem Dachbalken hängen. Die Tiere lassen sich durch die Bewohner des Hauses, die hier ihr Schlafzimmer haben, wenig beeindrucken (umgekehrt übrigens auch!) und fliegen immer wieder durch im Sommer geöffnete Fenster ein.

Liggeringen. Von grosser Bedeutung für jagende Rauhautfledermäuse, Grosse Abendsegler und Wasserfledermäuse scheint ein kleiner Waldweiher oberhalb des Dörfchens Liggeringen zu sein. Bei Netzfängen und Bat-Detektorbeobachtungen im Mai und August konnten wir hier allein etwa 40 Wasserfledermäuse über der knapp tennisplatzgrossen Wasserfläche registrieren.

Ludwigshafen. Kaum haben wir vom Langohren-Sommerquartier in einem Mehrfamilienhaus in Ludwigshafen am Bodensee durch einen aufmerksamen Mieter erfahren, da steht auch schon die Dachstuhlsanierung an. Es dürfte sich wohl um eine Wochenstube handeln, die wir durch Mitwirkung bei der geplanten Sanierung des Daches in den nächsten Jahren hoffentlich schützen können.

Markelfingen. Die mit fast 200 Weibchen grösste Mausohr-Wochenstube im Kreis steht vor einer heiklen Phase: die Turmzwiebel, in der sich die Tiere von März bis Oktober aufhalten, muss komplett saniert werden. Bisher konnten wir erreichen, dass die Arbeiten ins Winterhalbjahr verlegt und weitgehend fledermausverträglich durchgeführt werden. Sehr positiv anzumerken bleibt die grosse Kooperationsbereitschaft der Kirchengemeinde und der beispielhafte Einsatz des Regierungspräsidiums für die Fledermäuse. Über den Fortgang der Sache werden wir berichten.

Möggingen. Ein grösseres Projekt war die Erfassung der Fledermäuse im Naturschutzgebiet Mindelsee bei Möggingen auf dem Bodanrück. Über den Wasser- und Riedflächen jagen vor allem Wasser- und Zwerg-/Rauhautfledermäuse und Grosse Abendsegler. In mühsamer Arbeit wurden in einem Abschnitt des dortigen Bannwaldes Baumhöhlen gesucht, erstiegen und auf Fledermausvorkommen abgesucht. Der Abschlussbericht liegt inzwischen vor und kann bei uns eingesehen werden.

Mühlhausen-Ehingen. Nach rund 10 Jahren war es höchste Zeit, wieder einmal in die Mausohr-Wochenstube im Pfarrschlösschen Mühlhausen-Ehingen hineinzuschauen. Mit etwa 50 Weibchen hat sich die Zahl dieser kleineren Wochenstube nicht verändert.

Öningen. Im Dachstuhl der Öhninger Kirche befindet sich eine grosse Mausohr-Wochenstube und in der Turmzwiebel ein Sommerquartier von Langohren. Die Kirche wird gegenwärtig saniert und wir haben uns im Vorfeld und während der Arbeiten engagiert, um das Beste für die Fledermäuse "herauszuschlagen". Umfangreiche Beobachtungen und Zählungen mit Infrarot-Kameras waren erforderlich, um die Ein- und Ausflüge der Mausohren zu finden und erhalten zu können. Wie in Markelfingen wurden die relevanten Bauarbeiten auf die Zeit nach Abzug der Fledermäuse gelegt und unsere Vorschläge und Verbesserungsmöglichkeiten zugunsten der Tiere trafen auf offene Ohren. Da die Turmzwiebel komplett abgebaut werden musste und wir ausschliessen wollten, dass hierbei evtl. noch spät anwesende Langohren verletzt werden, wurde einige Tage vor Arbeitsbeginn etwas unkonventionell ein fiependes Mittelwellenradio in der Zwiebel aufgestellt. Ein ermutigender Beweis für ein allmählich anlaufendes Warn-Netz folgte auf den Fuss: In einem lokalen Naturschutzzentrum ging prompt der Anruf eines besorgten Bürgers ein, da würde jemand Fledermäuse beunruhigen...

Radolfzell. Auch das hatten uns die schweizer Nachbarn voraus (siehe Notiz über Gailinger Wasserfledermäuse): ein Paarungsquartier des Mausohrs unter einer Betonbrücke. Jetzt haben wir auch eins - in einer Autobahnunterführung nördlich von Radolfzell

Reichenau. Die Fledermauskästen zur Untersuchung an Paarungsquartieren der Rauhautfledermaus am Bodensee waren im Herbst wie gewohnt gut belegt: in 20 von 23 Kästen an der Pappelallee zur Insel hatten Rauhautfledermaus-Männchen kleine Harems von bis zu 10 Weibchen um sich versammelt.

Rielasingen. Dass trotz guter Rechtsgrundlage längst nicht alle Fledermausquartiere gesichert sind, lehrt uns der Fall einer Zwergfledermauskolonie in Rielasingen: der Besitzer des Hauses empfindet die Tiere als störend und da all unsere Vermittlungsversuche gescheitert sind, sich die Duldung in solch einem Falle rechtlich gegen den Hauswirt wohl kaum durchsetzen lässt und wir natürlich nicht neben jedes Fledermausquartier einen Polizisten stellen können, sieht es düster um die Zukunft dieses Quartieres aus.

Schaffhausen. In Zusammenarbeit mit dem BUND Naturschutzzentrum Westlicher Hegau und der finaziellen Unterstützung des Planungs- und Naturschutzamtes des Kantons Schaffhausen konnte im vergangen Herbst die Freudentalhöhle mit einem massiven Gittertor verschlossen werden. Damit sollte in Zukunft gewährleistet sein, dass die Fledermäuse in der Höhle ungestört überwintern können. Einen ersten Erfolg zeigten denn bereits auch die Kontrollen im vergangenen Winter, bei denen bis zu zehn Grosse Mausohren und ein Langohr nachgewiesen werden konnten – eine Bestandeszahl, die sonst bisher in keinem unterirtischen Objekt in der Region erreicht wurde.

Schleitheim. Zum Nachweis einer rund sechzigköpfigen Zwergfledermaus-Wochenstube kam in Schleitheim nun in unmittelbarer Nähe ein weiteres Quartier dieser Fledermausart zum Vorschein. Beim Ausflug aus der Dachverschalung des modernen Einfamilienhauses konnten Ende Mai bereits mehr als 100 Alttiere beim Ausflug beobachtet werden. Da ein Teil der zur genauen Artbestimmung abgefangenen Tiere trächtig war, könnte es sich um eine (bezüglich der Kopfzahl für unsere Region rekordverdächtige) Wochenstube handeln.

Singen. Im bis obenhin ausgebauten Dachbereich des Singener Rathauses sollen regelmässig Fledermäuse fliegen, hiess es. Ausser Kotkrümeln konnten zunächst jedoch keine Hinweise darauf gefunden werden, um was es sich hier handelt. Erst durch aufgestellte Videokameras kam es ans (Infrarot-)Licht: hier führen einige Langohren ein äusserst heimliches Leben. Für einfachen Zugang im Sommerhalbjahr sorgt übrigens die Belegschaft der im Oberstock untergebrachten Hausdruckerei: eigens für die Fledermäuse bleiben bestimmte Fenster von Frühjahr bis Herbst offen.

Stockach. Alles mögliche hatte in die seit Jahrzehnten eigentlich ungenutzten Lagerkeller im Sandstein süwestlich des Ortes Einzug gehalten: alte Traktoren, ein ganzer Partykeller, jede Menge Müll und ein paar Fledermäuse als Winterschläfer. Letzteren verdankt die Stadt Stockach, dass wir uns zum fledermausfreundlichen Verschluss der Stollen engagiert haben und selber kräftig vor Ort aktiv waren. Künftig werden die Fledermäuse hier ungestört winterschlafen können und mancher Zeitgenosse wird sich bei beabsichtigter illegaler Müllablagerung an diesem Ort schwer tun.

Thayngen. Zufall oder nicht? Jedenfalls konnten wir im Zementwerk Thayngen, bei dem wir im Zusammenhang mit den Höhlenvergitterungen gute Kunden sind, ein Männchenquartier des Grossen Mausohrs nachweisen. Der Nachweis wurde dank der Aufmerksamkeit eines ehemaligen Mitarbeiters der Portland-Cementwerke Thayngen möglich, der die Kotansammlungen unter dem Hangplatz bemerkte. Im Rahmen eines Fledermaus-Vortragsabends konnte er den Kot als Fledermauskot identifizieren, worauf er seine Beobachtung gleich meldete.

Volkertshausen. Auch grosser Aufwand führt nicht immer zu grossen Ergebnissen: um den teilweise überfluteten Abschnitt eines alten Bergstollens auf winterschlafende Fledermäuse zu untersuchen, rückten wir mit schweren Wathosen an, wurden dreckig bis über beide Ohren - und fanden ein einziges Mausohr.

Weiterdingen. Hier gibt es in einer Strasse an zwei Häusern Zwergfledermausquartiere. Bei einer synchronen Zählung konnten 23 bzw. 121 Tiere beim Ausfliegen beobachtet werden. Aus dem Vergleichen mit den Daten aus den vergangenen Jahren vermuten wir, dass die Tiere wohl beide Quartiere kennen, und gelegentlich untereinander wechseln.

Zoznegg. Auch aus Zoznegg wurde uns ein neues Zwergfledermaus-Quartier mit etwa 30 Tieren gemeldet. Wie fast schon charakteristisch für diese Art, handelt es sich auch hier um einen Neubau.

 

Seitenbeginn     Hauptseite Fledermausregion

 


© Copyright 2006  BUND Naturschutzzentrum Westlicher Hegau o Alle Rechte vorbehalten o Seitengestaltung: Dr. Michael Klinger o Wir wünschen allen Kunden und Fledermausfreunden ein erfolgreiches Fledermausjahr 2008 o last updated 06.07.2008