www.regiolink.ch - die Adresse der Begginger Mausohren ...

... Seit kurzem gibt es auf dem Internet Live-Bilder aus der Mausohr-Wochenstube zu sehen. Mit ein paar wenigen Mausklicks sind Interessierte aus aller Welt mitten im Dachstock des "aalte Gmaandhuus" in Beggingen 


(hua) Bereits in der letzten Ausgabe haben wir über das Vorhaben berichtet, nun ist es soweit: Ab sofort kann das Geschehen in der Begginger Mausohr-Wochenstube während 24 Stunden am Tag übers Internet live mitverfolgt werden. - Doch nicht nur das. Über die Internet-Seite www.regiolink.ch lassen sich auch verschiedene interessante Hintergrundinformationen über die Fledermauskolonie, zahlreiche gelungene Archiv-Bilder, sowie akutelle Informationen rund um die Begginger Mausohren abrufen.

Einblick in den Begginger Dachstuhl


Abbildung 3: Ein Einblick in die Mausohr-Wochenstube, wie er über die Internet-Seite www.regiolink.ch möglich ist. 


Möglich wurde die Realisierung dieses technisch anspruchsvollen Projekts des Schaffhauser Fledermausschutz innerhalb so kurzer Zeit nur durch die vorbildliche Zusammenarbeit der verschiedenen Projektpartner. Es ist dies einerseits die Besitzerfamilie Fritze, welche sich mit grossem Engagement für "Ihre" Schützlinge einsetzt und die gesamte Infrastruktur für den Internet-Zugang zur Verfügung stellt. Es sind dies aber auch die zahlreichen Sponsoren aus der Schweiz und aus Deutschland, welche Finanzierung und Inbetriebnahme der Anlage ermöglicht haben. Eine Liste der Sponsoren findet sich ebenso auf der Homepage der Begginger Fledermäuse und auf dieser Hompage.

Da Mausohren innerhalb des Dachstocks recht mobil sind - je nach Temperatur wechseln sie ihren Hangplatz -, sind auch die Anforderungen an eine LiveCam (so wird das Verfahren, Livebilder von irgendwo auf der Welt aufs Internet zu übertragen, im Fachjargon genannt) entsprechend hoch. Die Anlage muss so konzipiert sein, dass sich Kamera und Objektiv einstellen lassen, ohne dass der Dachboden jedes Mal betreten werden muss und die Tiere dadurch gestört werden. Zudem war es auch ein Ziel, dass sich die Kamera von einem beliebigen Standort übers Internet fernsteuern lässt und der Betrieb somit auch unabhängig von der Anwesenheit der Hausbesitzer ist. - Dank einer mit Schwenk-/Neigekopf und Motorzoom-Objektiv ausgerüsteten Kamera, sowie nach unzähligen Programmierstunden am PC ist es uns gelungen, all dies in der gewünschten Weise zu realisieren. Das Funktionsschema in Abbildung 4 gibt Auskunft über den genauen technischen Aufbau der Anlage.

Funktionsschema der Anlage

Abbildung 4: Funktionsschema der LiveCam Beggingen. Über mehrere Zwischenstationen gelangen die Bilder der Infrarot-Videokamera auf dem Dachboden auf den Internet-Server, wo sie für jedermann zugänglich sind Schema vergrößert anzeigen


"Doch wozu all die Technik und all der Aufwand?" Mit dieser Frage werden wir oft konfrontiert. Die Antwort: Uns geht es mit dem Projekt hauptsächlich darum, einer breiten Öffentlichkeit ein spannendes Stück Natur zugänglich zu machen, das sonst verborgen bleiben würde, und wir wollen gleichzeitig zeigen, dass Fledermäuse alles andere als furchterregende Tierchen sind. Dies, ohne dass die nächtlichen Flatterer dadurch gestört werden.

Spätestens mit dem Sponsoren-Apéro am 3. Juli und nach dem Presse-Apéro am 4. August 2004 ist uns der Beweis gelungen, dass das Konzept aufgeht: Nicht nur die Sponsoren, sondern auch die fledermausinteressierten Internet-Surfer haben an der neuen LiveCam Gefallen gefunden. Dies zeigt die Statistik zur Nutzung der Internet-Seiten: Seitdem die LiveCam in Zeitungen, Radio und Fernsehen, aber auch auf der Homepage des BUND Gottmadingen (www.all-about-bats.net) und auf weiteren Internet-Seiten bekannt gemacht wurde, schauen sich an einem durchschnittlichen Tag 30-50 Besucher die Livebilder an.
Dies motiviert uns zu weiteren Schritten: Im Verlaufe des kommenden Jahres haben wir vor, die LiveCam auszubauen und neben den Standbildern auch kurze Video- und Tonsequenzen anzubieten. Weitere Ideen sind eine Wetterkamera, welche Richtung Jagdgebiet gerichtet ist, sowie die Aufzeichnung von Klimadaten.

Als weiterführende Information gibt es hier eine Darstellung zur Situation (Jahr 2003) der Mausohr-Wochenstuben in der östlichen Landeshälfte der Schweiz im Vergleich mit dem Kanton Schaffhausen als PDF Datei (ca. 0,6 MB).

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