![]() Die Weissrandfledermaus hat sich in den vergangenen Jahren in unserer Region zunehmend angesiedelt. Bild vergrößert anzeigen Foto: www.fledermausschutz.ch |
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![]() Bisher ist über Vorkommen und Verbreitung der versteckt lebenden Bechsteinfledermaus in unserer Region erst wenig bekannt Foto: Hansueli Alder |
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Neues auf www.regiolink.ch (hua) Seit der Inbetriebnahme der Fledermaus-LiveCam in Beggingen im Frühjahr 2004 erfreut sich Internet-Seite stetiger Beliebtheit. Und auch wenn das Fledermaus-Jahr bereits wieder fast vorbei ist und die Mausohren den Dachstock des "aalte Gmaandhuus" verlassen haben, so lohnt sich ein Besuch auf der Homepage weiterhin: Im Bilder-Archiv gibt's neben den Highligts der Fledermaus-Kamera jetzt auch kurze Videosequenzen zu sehen.
Fledermäuse raus! (wf) ...war erstaunlicherweise unser Motto bei gleich zwei Sanierungsvorhaben alter Kapellen bei Öhningen und Konstanz. Bei beiden stand eine Totalvergiftung des Dachstuhles an, da dem Holzwurm anders nicht mehr beizukommen war. Dabei wird der Dachstuhl und manchmal auch der Kirchenraum mit einer Zeltkonstruktion völlig nach aussen abgedichtet, dann wird giftiges Gas in dieses Zelt eingeleitet, das nach einigen Tagen wieder abgepumpt und entsorgt wird. Da das Holz anschliessend weder kontaktgiftig ist noch unangenehme Lösungsmittel ausdampfen ist das Verfahren - sofern es zeitlich sinnvoll geplant wird - nicht die schlechteste Lösung aus Sicht des Fledermausschutzes. Dennoch ist es natürlich ganz wichtig, dass während der Begasung wirklich keine Fledermäuse im Gebäude sind. Während dies in Öhningen weitestgehend sichergestellt war, da das Gebäude kein Fledermausquartier enthält, mussten wir in Konstanz-Oberdorf am Tag vor Start der Aktion noch ein letztes Mal prüfen, ob das Mausohr-Männchenquartier Mitte Juli immer noch unbesetzt war. Bei diesen Gelegenheiten wird einem klar, wie viele denkbare Verstecke ein Kirchendachstuhl enthält und wie wertvoll ein blitzblank geputzter Boden sein kann, auf dem auch das kleinste verräterische Kotkrümelchen auffallen würde. In unserem Falle war die Kapelle fledermausfrei, wurde plangemäss gegen Holzwurm behandelt und steht jetzt dank guter Kooperation zwischen Architekt und Fledermausschutz auch den Mausohren wieder zur Verfügung.
Ritt auf dem Strumpf (wf) Aus dem Quartier gefallene Zwergfledermausjunge schiebt man am besten einfach in den Quartierspalt zurück, wenn dieser bekannt ist, lernt der ambitionierte Fledermausschützer schon früh in seiner Karriere und in der Tat gehört die Rettung hilfloser junger Zwergfledermäuse zu unseren häufigeren Einsätzen. Was aber tun, wenn der Quartierspalt in unerreichbarer Höhe im Giebelspitz eines grossen Mehrfamilienhauses ist? Ganz einfach: Apfelpflücker und Wollstrumpf her, den letzteren auf den ersteren aufsetzen, diesen auf knapp 4 Meter Länge ausfahren, oben auf den Strumpf die junge Fledermaus thronen lassen und das ganze dann am langen Arm und vor allem ganz langsam, damit das Fledermäuschen nicht vor Schreck herunterhüpft aus dem nächstgelegenen Dachfenster heraus zum Quartierspalt hin bugsieren. Überflüssig zu erwähnen, dass man bei derartigen Aktionen leider die Hebelgesetzte nicht unbedingt auf seiner Seite hat. Mit Glück steigt aber das Fledermausbaby dann vom Strumpf direkt ins Quartier um und findet dort hoffentlich rasch seine Mutter. In der Radolfzeller Nordstadt haben wir das erfolgreich mit 2 halbwüchsigen Zwergfledermäuschen geschafft und uns auf diese Weise eine zeitaufwändige „stationäre Aufnahme" der beiden erspart.
Lampenfalle (wf) Von der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell erreichte uns Ende Juni die Nachricht, eine winzige Fledermaus sei im Wohnzimmer eines Hauses gefunden worden. Leider konnten wir nicht helfen, denn kurze Zeit später stellte sich heraus, dass das Tierchen aus seinem Behälter spurlos entkommen war. Zwei Tage später dann der erneute Anruf: die Fledermaus sei jetzt wieder da und zwar in der Stehlampe. Der Blick vor Ort in die becherförmig nach oben offene Stehlampe hielt dann doch eine Überraschung parat: dort befanden sich zwei weibliche Zwergfledermäuse, ganz offensichtlich Mutter und Kind. Beide kamen am glatten Lampeninnern nicht mehr hoch und waren gefangen. Da das Jungtier schon - wenn auch beschränkt - flugfähig war, kann es keinesfalls von der Mutter in die Lampe transportiert worden sein und wir können uns das Ganze nur so erklären, dass das Zwergfledermausjunge bei seinen ersten Flugversuchen aus einem nahen Quartier ins Wohnzimmer gelangte, dort schliesslich in die Lampe fiel und dann nach seiner Mutter gerufen hat, die schliesslich ebenso unausweichlich gefangen wurde. Die Geschichte ging gut aus: beide wurden ein paar Tage mit fetten Mehlwürmern und Vitaminen versorgt und konnten schliesslich unweit der Fundstelle freigelassen werden.
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