Editorial ...

... von Klaus Heck

Beim Rückblick in die vergangenen Ausgaben fällt mir auf, dass manche Ausgaben mit dem Satz „Nach längerer Pause“ beginnen. Für diese Ausgabe gilt dies auch.
An den Themen liegt es sicher nicht, eher schon an der Arbeit. Was einst als Hobby begann, artet in Arbeit aus. Neben privaten Verpflichtungen, neben zweifellos gestiegenen Anforderungen im Beruf, bleibt da noch Zeit für zeitaufwendige Hobbies, lohnt es sich da auch noch, Arbeit oder gar Ärger in den Fledermausschutz zu investieren?

Für mich kann ich dies noch mit einem uneingeschränkten ‚Ja’ beantworten. Aber ich höre auch die Signale der Resignation und Frustration, und nicht jeder kann noch die Zeit aufbringen, Fledermausschutz zu betreiben.

Sorgen muss man sich da machen, wo Resignation um sich greift und sich dadurch Engagierte zurückziehen. Wo Ignoranz und, was zu vermuten ist, teilweise auch die ganz gezielte Umgehung von Artenschutzbestimmungen nur noch Ärger verursachen, weil man mit ansehen muss, dass die von uns in den Fokus gestellte Artengruppe einfach ignoriert wird, da muss man sich fragen, welche Haltung wir als Fledermausschützer dem Problem gegenüber einnehmen.
Wo in Baubewilligungsverfahren Fledermäuse nicht vorkommen, da ist etwas nicht in Ordnung. Wo Kirchendächer geöffnet werden im Wissen, dass sich Quartiere darin befinden, da meine ich, soll die Zurückhaltung gegenüber den „Tätern“ enden.

Es geht aber auch anders! Freiwillig, kooperativ, wenn, ja, wenn man einen vernünftigen Bauherrn und einen aufgeschlossenen Architekten bei einem Bauprojekt vereinigt findet.
Die Sanierung der Waldschule Reichenau bei Konstanz war so ein Beispiel. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass sich dort unter dem Dach ein Winterquartier des Grossen Abendseglers befindet. Ohne auf die Details eingehen zu wollen – dies folgt vielleicht später – trotz Wärmeschutzverordnung, trotz Solardach, trotz enger Zeitvorgaben konnten beide im Gebäude befindlichen Quartiere Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Architekten vollumfänglich erhalten werden. Wenn sich jetzt die Abendsegler regelmässig wieder ienfinden, wäre der Erfolg perfekt. Ein Projekt, das Hoffnung macht und zum Weitermachen auffordert.

 

Seitenbeginn     Hauptseite Fledermausregion

 


© Copyright 2010   BUND Naturschutzzentrum Westlicher Hegau o Alle Rechte vorbehalten o Seitengestaltung: Dr. Michael Klinger o Wir wünschen allen Kunden und Fledermausfreunden viel Erfolg beim Fledermausschutz im Jahr 2012 o last updated 14.01.2012