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Wissen Sie was "Güefeli" sind? Nein, das ist etwas anderes als
"Chegeli"! Chegeli nämlich findet man auf dem Estrich.
Nun, können Sie
auch damit nichts anfangen, etwa, weil Sie nicht wissen was Chegeli
sind oder weil Sie sich wundern wie diese auf einen frisch
betonierten Fussboden kommen?
Dann würde ich
Ihnen dringend empfehlen, einen schweizer Sprachexperten zu Rate zu
ziehen, aber auch das ist nicht immer einfach. Wenn ich
beispielsweise Hansueli Alder, den schweizer Experten aus unserem
Team anrufe, so kann es sein, dass er gerade in der Haustür steht
und mir nur sagt: „Ich han grad es Telefon übercho und mues drum
dringend weg!"
Sicherlich sind
Sie jetzt genauso erstaunt wie ich, als ich das erste mal davon
hörte, dass Schweizer Telefone bekommen. Ich habe mir meinen
Kollegen in seinem Büro vorgestellt, zuerst den ganzen Schreibtisch
und dann das ganze Zimmer voller Telefonapparate. Aber wenn man
lange genug grenzüberschreitend zusammenarbeitet, dann bemerkt man
irgendwann, dass die Schweizer nicht wirklich Telefone bekommen,
sondern nur Anrufe meinen. Andereseits rufen sie auch nicht einfach
jemand an, das heisst dann auf Schweizerdeutsch, sie hätten ein
"Telefon erledigt". Auch so kann man mit den vielen Telefonen, die
sich stapeln, fertig werden...
Und auch die
weiteren Sprachrätsel möchte ich für unsere des Schweizerdeutschs
nicht mächtigen Leser aufklären: Estrich ist für den Schweizer
erstaunlicherweise nicht nur ein Betonboden sondern auch ein Synonym
für einen Dachstuhl. Und die Chegeli sind natürlich die
Hinterlassenschaften der Fledermäuse. Das Rätsel um die "Güfeli"
aber, das lasse ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, selbst lösen:
Güfeli im Heuhaufen zu finden ist wie eine vor Jahren beringte
Fledermaus zurückzufangen oder wie das Gefühl, wenn man die
Wochenstube einer seltenen Art entdecken kann. Manchmal hat man das
Gefühl die ganze Fledermausarbeit bestände nur aus Güfeli im
Heuhaufen. Ich wünsche Ihnen für 1998 alles Gute, und vor allem,
dass Sie viele dieser Güfeli finden.
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