Grenzgeschichten ...

... von Hansueli Alder


Es war bereits in der fortgeschrittenen Abenddämmerung, als wir, um zu den Quartieren zu gelangen, wo sich unsere besenderten Fransenfledermäuse aufhielten, von Riedheim her kommend, wenig unterhalb des Dorfes Barzheim mit zwei Autos die grüne Grenze überquerten. Wohl hatte ich den grauen VW-Bus vor dem alten Barzheimer Zollhäuschen bemerkt, in dem zwei Zollbeamte sassen, doch da wir ja, um unsere Sendertiere lückenlos verfolgen zu können, über entsprechende Bewilligungen zum überqeren der Landesgrenze zu jeder Tages- und Nachtzeit an jedem beliebigen Ort verfügten und wir kein Zeichen zum Anhalten erhielten, hatten wir angenommen, unser Tun sei in Ordnung.

Wenig später fuhren wir auf dem schmalen Überlandsträsschen einem Traktor auf, der sich ebenfalls dorfeinwärts bewegte. Aus zuerst unerfindlichen Gründen verlangsamte das Fahrzeug seine Fahrt stark, was den Fahrer unseres vorderen Autos - wir waren bereits etwas spät dran - dazu bewog, zum Überholen anzusetzen. - Da kam mit einem Schuss ganz unvermittelt der bereits erwähnte graue VW-Bus auf der Wiese links an uns vorbeigeprescht, wenige Meter später eine Vollbremsung - der Traktor hate mittlerweile angehalten - und die beiden Beamten hechteten aus dem Dienstfahrzeug, bereit, uns mit allen Mitteln an der Weiterfahrt zu hindern.

Bei der anschliessenden Ausweiskontrolle streckte der Fahrer unseres vorderen Fahrzeuges in der Aufregung dem Beamten anstatt der Grenzübertrittsbewilligung zuerst seine Bewilligung zum Befahren von Waldwegen hin. Nach langem Drehen und Wenden des Ausweispapieres fragte dieser schliesslich in ganz ratlosem Ton: „Waldwege?". - Während der gleichen Zeit wurde meine Grenzübertrittsbewilligung vom anderen Beamten kontrolliert und für gut befunden.

Mittlerweile hatte auch mein Kollege den richtigen Ausweis zur Hand, doch irgendwie hegten meine beiden schweizer Landsleute Zweifel an der Gültigkeit des deutschen Papieres. Nichts gutes anhnend, stieg ich schliesslich aus, um an den Ort des Geschehens zu eilen, in der Hoffnung, etwas zur Klärung der Situation beizutragen - zumal wir uns eine Verhaftung bei unserem kleinen Personalbestand unter keinen Umständen hätten leisten können.

Mit der Feststellung:„Der da besitzt ebenfalls so eine Grenzübertrittsbewilligung die vom vom Schweizer Zollamt ausgestellt ist", wurde uns schliesslich die Erlaubnis zur Weiterfahrt gegeben, so dass wir gerade noch rechtzeitig vor Ausflug der ersten Tiere bei den Quartieren ankamen.

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