Fledermausschutz in der Region Schaffhausen-Hegau-Bodensee ...

... Kurzinformationen zu weiteren Aktivitäten und Ereignissen in den vergangenen Monaten


Engen-Welschingen. Bartfledermaus-Wochenstube zum Ersten: Gemeldet wurde uns das Quartier, das sich hinter einem stets geöffneten Fensterladen befindet, bereits im vorletzen Jahr am Ökomarkt in Engen, wo wir alljährlich unserern Stand mit Informationen und Verkaufsartikeln zum Fledermausschutz haben. Veranlasst durch die Meldung der Hausbewohner, dass die Fledermäuse nun wieder da seien, kontrollierten wir das Quartier im vergangenen Sommer. Wir waren nicht wenig überrascht, als wir eine Wochenstube mit rund 20 säugenden Weibchen und ebensovielen Jungtieren vor uns hatten!

Engen-Anselfingen. Bartfledermaus-Wochenstube zum Zweiten: Bartfledermäuse scheinen Fensterläden bevorzugt als Quartiere zu nutzen. Dass es sich beim Fall des Anselfinger Quartiers nur um Fensterladen-Imitate handelt, welche aus optischen Gründen ans Haus angebracht wurden, scheint den Tieren egal zu sein.

Moos-Bankholzen. Bartfledermaus-Wochenstube zum Dritten: Da es sich um ein weiteres (typisches) Fensterladen-Quartier handelt, gibt’s da eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Grundsätzlich scheint die bisher kaum nachgewiesene Kleine Bartfledermaus bei uns gar nicht so selten zu sein, wie gleich drei Wochenstubennachweise in einem Jahr zeigen.

Moos: Sommernachweise des Grossen Abendseglers sind in unserer Region weitaus seltener als die zahlreichen Herbst- und Frühjahrsbeobachtungen dieser wandernden Art. Es war ein Wetter, bei dem wirklich nur noch Biologen und Frösche unterwegs sind an jenem 2. Juli 1997. Schliesslich blieben nur noch die Frösche übrig, während die Biologen am späten Vormittag missmutig unter einer Buche im Wald bei Moos Schutz vor den heftigen Regenschauern suchten. Missmut - aus welchen Gründen auch immer - machte sich auch gut 6m über ihnen breit, als plötzlich lang anhaltendes Abendsegler-Gezeter aus einer Baumhöhle ertönte. Dieser Sache gingen wir eine Woche später bei etwas besserem Wetter nach: mittels einer langen Schlauchfalle fingen wir die Tiere beim abendlichen Ausflug aus der Baumhöhle ein. Es waren drei gut genährte Männchen des Grossen Abendseglers. Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei den Abendseglern, die bei uns im Sommer zu finden sind, fast ausschliesslich um Männchen handelt, die die Wanderungen in die Wochenstubengebiete der Art - überwiegend im nordöstlichen Mitteleuropa - nicht mitmachen. Die drei Fänglinge aus dem „Regenloch", die natürlich unmittelbar nach der Untersuchung wieder freigelassen wurden, stützen diese Hypothese.

Neuhausen am Rheinfall. Fledermaus-Alarm in der Tiefgarage der Verbandstoffabrik IVF: Ende August ging während der Nacht bei der Ortspolizei Neuhausen mehrere Male ein Feueralarm ein. Wie sich bei der Überprüfung vor Ort jeweils herausstellte, wurde der Alarm nicht etwa durch ein brennendes Auto ausgelöst, sondern durch Wasserfledermäuse, welche die an der Decke zahlreich angebrachten Feuermelder als Hangplatz benutzten und ausgiebig markierten. Die dadurch entstandenen Dämpfe kamen offensichtlich dickem Rauch im Parkhaus gleich. - Über die Lösung dieses Problems werden wir in einer kommenden Ausgabe berichten.

Schaffhausen. Eine Fundmeldung der nicht ganz alltäglichen Art erhielten wir anfang Juni dieses Jahres. Im Altersheim Pfrundhaus haben Mitarbeiter hinter einem Notenblatt eine Fledermaus entdeckt. Die Untersuchung des Tieres ergab, dass es sich um eine frisch flügge Weissrandfledermaus handelte, die sich offenbar ins Gebäudeinnere verirrt hatte, sonst aber völlig fit war. - Der Fund eines Jungtieres inmitten der Altstadt deutet darauf hin, dass es wohl neben der einzig bekannten Wochenstube in einem Aussenquartier in Schaffhausen noch weitere Wochenstubenquartiere dieser erst vor zwei Jahren erstmals nachgewiesenen Fledermausart geben muss.

Stein am Rhein. Nun hat auch Stein am Rhein seine Zwergfledermaus-Wochenstube. Am Südhang des Hohenklingen konnten wir diesen Sommer Mitte Juli an der Wandverschalung eines neueren Einfamilienhauses noch rund 35 Tiere (darunter sowohl Alttiere als auch frisch flügge Jungtiere) beobachten.

Stein am Rhein. Im vergangen Jahr hat die Stadt Stein am Rhein von der Lederwarenfabrik Irmiger ein ganz besonderes Geschenk erhalten: einen alten Sandsteinkeller, den die Firma früher zur Lagerung benutzte. Hintergedanken der Aktion war, dass die Stadt dieses Objekt, das regelmässig von Fledermäusen als Überwinterungsquartier genutzt wird, fledermausgerecht verschliessen soll. Im vergangen Sommer führte die Stadtbauverwaltung in Zusammenarbeit mit dem BUND in Gottmadingen diese Arbeiten aus. Damit ist nun sichergestellt, dass die Tiere ihren Winterschlaf hier in Zukunft ungestört verbringen können.

Thayngen. Es war uns zwar schon längere Zeit bekannt, dass Langohren vereinzelt durchaus bis in die Wintermonate hinein aktiv sein können, die folgende Beobachtung scheint uns aber doch etwas aussergewöhnlich: Bis kurz vor Weihnachten konnte eine Bewohnerin auf dem Balkon ihres Einfamilienhauses, wo im Sommer Langohren ihren Frassplatz haben, jeden Morgen frische Chegeli nachweisen, auch wenn die Temperatur während mancher Nacht deutlich unter den Gefrierpunkt absank. Was diese Tiere während dieser Zeit überhaupt noch an Nahrung finden, wird hoffentlich die Analyse des sorgfältig gesammelten Kots ergeben. Auf jeden Fall scheinen unsere Fledermäuse im Winter nicht einfach nur zu schlafen.

 

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