Wir schalten um zur Wochenstube ...

... Erfolgreiche Veranstaltung mit Live-Videoübertragung aus dem Kloster St.-Wolfgang in Engen


(wf) In Baden-Württemberg sind Lehrveranstaltungen in Fledermauskolonien nicht erlaubt. Dies ist durchaus sinnvoll zum Schutze der Tiere, denn es gibt Berichte, denen zufolge früher Mausohr-Wochenstuben mit kleinen Fledermausbabies gleich schulklassenweise besucht wurden und sicherlich erhebliche Unruhe erdulden mussten. Andererseits ist ja gerade das, was eigentlich nicht erlaubt ist, besonders spannend...

Was verschiedentlich in Europa schon praktiziert wurde, haben wir am 22. Juli mit gutem Erfolg im Kloster St.Wolfgang in Engen veranstaltet. Am Vorabend vorsichtig auf dem Estrich aufgestellte Infrarot-Kameras und -Scheinwerfer (beides zur Verfügung gestellt von der Forschungsstelle für Ornithologie der Max-Planck-Gesellschaft in Radolfzell) lieferten über ein 50m langes Kabel Life-Bilder aus der Wochenstube der Grossen Mausohren in den Klosterkeller. Dort fanden sich auf Einladung des Engener Umweltamtes abends rund 50 Teilnehmer ein, um einen Diavortrag, einen Abendsegler-Pflegling und eben besagte Life-Bilder zu erleben und das Gesehene ausgiebig zu erörtern. Die Fledermäuse, die ebenso wie wir Menschen das Infrarot-Licht nicht sehen können, fühlten sich in ihrem dunklen, ruhigen Dachstock offenbar pudelwohl und zeigten den Interessierten, was es denn in einer Wochenstube so zu sehen gäbe, wenn man denn hineindürfte. Erfreulich für uns war auch, dass ausser mehreren Kindergarten-Gruppen, die unser Angebot bereits tagsüber genutzt hatten, auch der Engener Bürgermeister gekommen war, um einen Blick auf die geheimnisvollen Vorgänge im Dach seines Klosters zu werfen.

 

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