Fledermausschutz in der Region Schaffhausen-Hegau-Bodensee ...

... Kurzinformationen zu weiteren Aktivitäten und Ereignissen in den vergangenen Monaten


Engen-Welschingen. (hua) Nun hat Welschingen bereits seine zweite Bartfledermaus-Wochenstube. Nur wenige hundert Meter vom bereits bekannten Standort haben sich diesen Sommer 20 erwachsene Weibchen mit etwa ebensovielen Jungtieren hinter dem Fensterladen eines Wohnhauses mitten im Dorf einquartiert. Da der betreffende Fensterladen aber zu einem Schlafzimmer gehört und die neuen Bewohner des seit längerer Zeit leerstehenden Hauses diese nutzen möchten, werden sich die Tierchen damit anfreunden müssen, sich im nächsten Jahr unter einem Fledermausbrett einzuquartieren, das ihnen unmittelbar neben ihrer jetzigen Wohnung extra zur Verfügung gestellt wird.

Neuhausen am Rheinfall. (hua) Eine wahrhaftige Überraschung bot sich diesen Sommer in Neuhausen am Rheinfall. Dort haben im Zwischendach eines älteren Mehrfamilienhauses Ende Mai rund 30 Fledermäuse ihr Quartier bezogen. Anfang Juli wurden dann zur Artbestimmung einige Tiere beim Ausflug abgefangen - und der Befund war eindeutig: es handelte sich um den ersten Quartiernachweis der Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii) in der Nordostschweiz! Perfekt war die kleine Sensation, als sich zudem herausstellte, dass alle gefangenen Tiere entweder säugende oder trächtrige Weibchen waren, nun also auch klar ist, dass sich Nordfledermäuse in unserer Gegend fortpflanzen.

Schaffhausen. (hua) Nicht mehr gleich eine Sensation, aber allemal eine Meldung wert ist der Fund einer neuen Zwergfledermaus-Wochenstube in Schaffhausen. Im Zwischendach eines modernen Einfamilienhauses haben sich dort Mitte Juni rund dreissig erwachsene trächtige Weibchen eingefunden. - Nachdem in der Region Schaffhausen erst Ende der 80er Jahre die ersten Zwergfledermäuse nachgewiesen werden konnten - bis dahin scheint die Art, ähnlich wie es bei der Weissrandfledermaus der Fall war, nicht verbreitet gewesen zu sein - handelt es sich mittlerweile immerhin um die vierte bekannte Wochenstube im Stadtgebiet.

Steisslingen. (hua) Eine Überraschung, die selbst eingefleischte Fledermausschützer in unserer Gegend wohl höchstens alle zehn Jahre nur ein Mal erleben dürften, bot sich bei der Begehung von verschiedenen Kirchen im Landkreis Konstanz (über dieses Projekt werden wir im Speziellen in der nächsten Ausgabe berichten): Im Kirchturm der katholischen Kirche von Steisslingen gelang uns der Nachweis einer weiteren Wochenstube des Grossen Mausohrs. Mit insgesamt rund 120 Tieren Ende Juli bewegt sich Nummer zwölf der Mausohr-Wochenstuben in unserer Region bezüglich der Bestandesgrösse im oberen Mittelfeld. Das Quartier mit den frei am Gebälk hängenden Tiere blieb bisher unentdeckt, weil in den vergangenen Jahrzehnten offenbar nie jemand so weit in den Turm hochgestiegen war.

Stockach-Wahlwies/Rielasingen-Arlen.
(mkl) Massiv ist nicht massiv genug, muss wohl ab sofort die Devise für das Verschliessen von Fledermauswinterquartieren in Höhlen, Stollen und Kellern heissen. Eine stark demolierte und nicht mehr verschliessbare Tür sowie ein gänzlich aus den Verankerungen gerissenes Gitter sind die Bilanz von Vandalismusses in Rielasingen-Arlen und bei Wahlwies. Während in Rielasingen das Setzen eines stabilen Gitters hoffentlich für Ruhe sorgt, musste in Wahlwies massiver vorgegangen werden. Weil im sandigen Hang kein Gitter mehr ordentlich zu befestigen war und der Eingang auch zuzurutschen drohte, wurde er mit einem Bagger gleich aufgegraben und mit Kanalrohren gesichert. - In diesem Zusammenhang verwundert es dann auch kaum mehr, dass man von Zeit zu Zeit wohl auch ausrücken muss, um vermauerte Eingänge zu flicken, wie es beim Schiessstand in Nenzingen in diesem Sommer notwendig war.

 

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