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Binningen.
(hua) Nach Abschluss der Feldarbeit im vergangenen Herbst läuft nun
die Auswertung von Anja Illi für ihre Diplomarbeit auf Hochtouren.
Wir hoffen, Ihnen hier die wichtigsten Ergebnisse der Diplomarbeit
schon bald vorstellen zu können. - Gleichzeitig läuft jedoch unsere
langfristig angelegte Beringungsstudie weiter. Dazu fangen wir
einmal pro Monat möglichst viele Tiere der Kolonie im Kirchturm von
Binningen ab, um einerseits festzustellen, welche Tiere noch da sind
und andererseits noch nicht beringte Tiere zu markieren. Zu unserer
grossen Überraschung konnten wir dieses Jahr bereits
ausserordentlich viele Wiederfunde verzeichnen, was einerseits
darauf hinweist, dass die Kolonie (in der wir bisher keine
erwachsenen Männchen nachweisen konnten) relativ geschlossen sein
muss und dass das Fangen und die Beringung für die Tiere keine
übermässige Belastung darstellen.
Merishausen.
(hua) Weil durch die Anwesenheit einer Mausohr - Wochenstubenkolonie
die Bewohner der darunterliegenden Dachwohnung massiv gestört
wurden, musste im letzten Winter der Estrichboden eines
Mehrfamilienhauses in Merishausen komplett abgedichtet werden. Die
Fledermäuse scheinen das ihnen von Hausbewohnern und Besitzern
entgegengebrachte Verständnis zu danken: Nach der
fledermausgerechten Sanierung waren diesen Sommer rund 100 Alttiere
mehr im Dachboden als in den Vorjahren!
Neuhausen am
Rheinfall. (hua) Für Überraschungen sorgten die Neuhauser
Nordfledermäuse - wir haben in der letzten Ausgabe an dieser Stelle
bereits davon berichtet - auch dieses Jahr. Um die weit und breit
einzige bekannte Kolonie etwas genauer kennenzulernen und dabei vor
allem neue Quartiere und Jagdgebiete zu kartieren, wollten wir
diesen Sommer einige Tiere mit Sendern ausrüsten. Pünktlich trafen
die Tiere dann Anfang Juni auch wieder in ihrem letztjährigen
Wochenstubenquartier ein. Da wir vom letzten Jahr her annahmen, dass
die Geburten ziemlich genau Anfang Juli sind, wollten wir die ersten
Tiere Mitte Juli abfangen, in der Annahme, die Jungen wären dann
innerhalb der Sender-Lebensdauer von drei Wochen bereits flügge,
womit häufigere Quartierwechsel zu erwarten gewesen wären. - Aber
wieder einmal kam es anders als gedacht: völlig unerwartet und fast
von einem Tag auf den anderen verliess die gesamte Kolonie (mitsamt
bereits relativ grossen, aber noch nicht flüggen Jungtieren?) das
Quartier, wodurch wir nun eines Besseren belehrt, unsere Aktion auf
das nächste Jahr verschieben müssen.
Schaffhausen.
(hua) Auch dieses Jahr gingen in Schaffhausen wieder mehrere neue
Meldungen von Fledermausquartieren ein, so Mitte Juni auch eine
Meldung aus dem Breite-Quartier. Die Überraschung war in dem Fall
nicht eine neue Fledermausart - es handelte sich um
Zwergfledermäuse. Die grosse Überraschung - auch für die zuerst
etwas erschreckten Hausbewohner - war, dass nach dem Abfang von fünf
Tieren zur Bestimmung noch über 150 weitere hinterherkamen. Da die
Jungen zu der Jahreszeit noch nicht flügge gewesen sein dürften (bei
allen gefangenen Tieren handelte es sich zudem um säugende
Weibchen), ist anzunehmen, dass nochmals fast ebensoviele Junge im
Dach zurückblieben!
Schleitheim/Beggingen.
(hua) In einem Aufruf in den Schaffhauser Nachrichten
Anfang Juli wurde die Schaffhauser Bevölkerung gebeten,
Fledermausquartiere mit Schwerpunkt in der Stadt Schaffhausen zu
melden. Von den insgesamt fünf neuen Quartiermledungen betraf dann
aber schliesslich nur eine die Stadt. Auffällig ist, dass gleich
drei Meldungen von Zwergfledermausquartieren aus dem Raum
Schleitheim-Beggingen kamen. Ob Fledermäuse wohl dort häufiger sind
oder ob’s wohl an der besseren Beobachtungsgabe der dortigen
Bevölkerung liegt?
Thayngen.
(hua) Aufgrund des gleichen Zeitungsaufrufes kam auch noch eine
überraschende Meldung aus Thayngen zustande. Ein Ornithologe hatte
in der Nähe der „Zementi" zufällig eine Baumhöhle entdeckt und
festgestellt, dass diese von Fledermäusen bewohnt ist. Beim Abfang
von insgesamt 15 Tieren (vgl. auch Seite 3) stellte sich dann
heraus, dass es sich um ein Wasserfledermausquartier handelte.
Besonders interessant ist, dass ausschliesslich erwachsene Männchen
das Quartier besiedeln. Möglicherweise könnte dies ja damit
zusammenhängen, dass in der Region Thayngen das Nahrungsangebot doch
weniger reichhaltig ist als unmittelbar am Rhein und sich daher die
Gegend für die Jungenaufzucht weniger eignet.
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