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Was wären Grossaktionen wie der Besuch von 118 Kirchen (eben die
Kirchen-Kartierung) ohne die liebenswerten
kleinen Erlebnisse, die uns daran erinnern, dass wir hier eigentlich
einem Hobby und keinem Leistungssport nachgehen. Hier eine kleine
Auswahl:
Da hatte jemand
aus einer Kirchengemeinde auf dem Bodanrück gehört, dass es nur
Scherereien macht, wenn diese Fledermausleute ein Quartier der
Tierchen in der Kirche finden und den Dachboden der Kirche sehr
akkurat gereinigt, auf dass auch wirklich keine Kotspuren der
versteckt vorhandenen Fledermäuse zu finden seien. Nun sind einige
von uns aber so gross, dass sie auf Balkenoberseiten blicken können,
die dem gestrengen Blick des Mesners völlig entgangen waren. Also
ein netter, wenn auch erfolgloser Versuch, uns an der Nase
herumzuführen. Und im Vertrauen: hölzerne Orgelpfeifen, vor allem
die langen, die die ganz tiefen Töne produzieren, und hier vor allem
deren oberer Rand, sprechen für den aufmerksamen Beobachter (fast)
immer die Wahrheit...
Grundehrlich
war auch eine Mesnerin aus dem südlichen Hegau: "Sie könnet scho
uffi, aber findet se jo nüt!". Wir kletterten uffi und fanden eine
besonders schöne Wochenstube von Langohrfledermäusen. Diffuse Ängste
konnten wir aber zerstreuen: die seinerzeit anstehende Sanierung im
unteren Teil der Kirche berührte keinerlei Belange des
Fledermausschutzes. Sie wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen.
Es war hinter
Stockach, als wir uns gerade von einer freundlichen Pfarrhelferin
nach erfolgreicher Kirchenbegehung verabschiedeten, als sich
plötzlich der Lichtschein durch die geöffneten Kirchenpforten
verdunkelte und mit grossem Getöse ein Mähdrescher auf den
Kirchplatz rollte. Von den Höhen des Ungetüms kletterte der Fahrer
zu uns herunter und erkundigte sich, ob wir die Leute mit den
Fledermäusen seien. Als wir bejahten, berichtete er zu unserer
Freude von 2 weiteren Gebäuden im Dorf, in denen auch Fledermäuse
vorkommen und wo wir doch unbedingt vorbeischauen sollten. Wer hatte
uns nur "verraten"?
An anderer
Stelle war über unsere genauen Machenschaften offenbar trotz
ordnungsgemässer Anmeldung nicht allzu viel zur Mesnerin
vorgedrungen. Sie gewährte uns nach einigen Zusatzinfos unsererseits
zwar bereitwillig den Zugang zur Kirche, fingerte aber unsicher nach
ihrer Geldbörse und fragte, ob und wie viel unsere Begutachtung denn
kosten würde. Eine derartige Idee war uns zuvor nicht einmal im
Spass gekommen.
In vielen
Gegenden ist es heute so, dass ein Pfarrer für mehrere Gemeinden
zuständig ist. So kam es, dass ein freundlicher älterer Pfarrer
gleich für 4 Kirchen hintereinander unser Ansprechpartner war und
mit uns von Dorf zu Dorf fuhr. Während wir uns noch erkundigten, wie
er diese beachtliche Belastung beispielsweise bei sonntäglichen
Gottesdiensten und an Festtagen bewältigt (und dies in einem Alter,
das etwas höher gewesen sein dürfte als dasjenige von uns drei
Besuchern zusammen), gab er uns schon einen wesentlichen Teil der
Antwort, indem er eine kleine steile Leiter hinaufwieselte und in
einer kleinen Luke im Gewölbe des Kirchenschiffes verschwand, bevor
wir überhaupt unsere Stirnlampen aufgesetzt hatten.
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