40 neue Fledermausquartiere im Kanton Schaffhausen ...... erfolgreicher
Öffentlichkeitsaufruf zur Meldung von Fledermausquartieren in und an
Gebäuden
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Wer hat Fledermäuse als Untermieterinnen? - wollten wir von der
Bevölkerung wissen, denn bisher beschränkten sich unsere Kenntnisse über
Fledermausquartiere vor allem auf die öffentlichen Gebäude, wie Kirchen,
Schul- und Gemeindehäuser. Dass wir nach unserem Aufruf in den lokalen
Medien mit über 50 Meldungen förmlich eingedeckt werden, hatten wir
nicht erwartet. |
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(ndu) Einige
Rückmeldungen betrafen auch Beobachtungen von fliegenden
Fledermäusen, den Fund von jungen Fledermäusen, ohne das
entsprechende Quartier zu kennen oder den Wunsch zur Ansiedlung von
Fledermäusen am eigenen Haus, bereits bekannte Fledermausquartiere
oder ausserkantonale Quartiere (Kanton Thurgau, Zürich). Alles in
allem resultieren daraus aber für den Kanton Schaffhausen rund 40
neu bekannt gewordene Fledermausquartiere. |
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Rückmeldungen nach
Ortschaften
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Unter hölzernen
Wandverschalungen, zwischen Fassade und Dachbalken, unter
Metallblenden an den Kanten von Flachdachhäusern, oder in den
Spalten von Rollladenkästen (vgl. Abb. 3). Meist fanden sich hier
Quartiere von Zwergfledermäusen, darunter auch neun Wochenstuben.
Den Zwergfledermäusen genügt schon ein fingerbreiter Spalt, damit
sie durchschlüpfen können, und in einem Hohlraum von der Grösse
eines Telefonbuches haben 50 Tiere problemlos Platz.
Rekordverdächtig war ein Quartier hinter einer hölzernen
Wandverschalung in Beggingen. Bei
einer Ausflugszählung konnten die
Bewohner 208 Tiere zählen - zum Zeitpunkt als die Jungen flügge
waren. |
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Wegen ihrer Grösse und ihres langsamen, träge wirkenden Fluges wird die Breitflügelfledermaus unter Fledermausschützern gerne als „Tante JU" bezeichnet. Foto: Hans-Peter Stutz / SSF |
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Eine Wochenstube von kleinen Bartfledermäusen hatte hinter einem Fensterladen ihr Quartier bezogen. Den Artnachweis verdanken wir einer Katze, welche eines Tages ein noch flugunsicheres Jungtier in die Stube trug. Schnell wurden wir alarmiert, das Jungtier - wie durch ein Wunder unverletzt - vermessen, bestimmt und sorgfältig wieder hinter den Fensterladen gehängt. Quartiere
einzelner Tiere deuten meist auf ein Männchenquartier hin, denn
diese leben im Sommer oft territorial, währenddem die Weibchen in
den Wochenstubengruppen ihre Jungen aufziehen. Rund acht
Männchenquartiere konnten festgestellt werden und dabei erwiesen
sich auch die Männchen oft als sehr getreue Gesellen, die ihre
Quartiere schon seit vielen Jahren regelmässig beziehen. Nachtquartiere sind Quartiere, in denen sich Fledermäuse nachts während dem Jagen ausruhen. Gefunden wurden solche Quartiere in einem offenen Gartenhaus, einem offenen Treppenhaus, einer offenen Fabrikhalle, unter verschiedenen Hausvordächern. Oft sind es einzelne Langohren oder Grosse Mausohren, die neben Kotkrümeln auch Überreste ihres nächtlichen Mahls wie Schmetterlingsflügel und Käferbeine hinterlassen. Die letzte der eingetroffenen Rückmeldungen betraf ein Quartier mit rund 80 Grossen Abendseglern in den Lüftungskanälen eines Kamins, die seit Ende August ihre Anwesenheit jeden Abend durch lautes "Gezwitscher" bemerkbar machen. Noch ist nicht sicher ob die Tiere hier überwintern oder nur ihr Zwischenquartier bezogen haben. |
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Gebäudeteile in und an denen
sich die neu kartierten Quartiere befinden. Der grösste Teil der
Quartiere befindet sich in Spalten an der Gebäudefassade oder im
Zwischendach. Grafik vergrößert anzeigen |
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Bei den meisten Leuten wohnen also die Zwerge, aber... Zwerg ist nicht gleich Zwerg. Erst dieses Jahr neu entdeckt in der Schweiz: zwei Wochenstuben der Mückenfledermaus. Die Mückenfledermaus ist noch kleiner als die Zwergfledermaus und gilt neu als die kleinste einheimische Art. Weiter gibt es Anzeichen, dass die Weissrandfledermaus, verbreitet im Tessin, sich nach Norden ausbreitet und immer häufiger auch bei uns zu beobachten ist. Im Gegensatz dazu die Rauhautfledermaus, eine Art die ihre Jungen in Norddeutschland, Polen und im Baltikum aufzieht und normalerweise in unserem Gebiet nur Herbst und Wintergast ist. Erstmalig gelang 2001 auch für diese Art der Fortpflanzungsnachweis in der Schweiz. Zwerg-,
Mücken-, Weissrand- und Rauhautfledermaus - alle vier gehören zur
Gattung Pipistrellus, sehen sich zum Verwechseln ähnlich und können
nur durch genaues Vermessen mit Sicherheit unterschieden werden.
Eine spannende Forschungsarbeit wartet deshalb im nächsten Jahr auf
uns, wo insbesondere in den Wochenstuben eine genaue Artbestimmung
erfolgen soll. Einen kleinen Hinweis gibt es zumindest jetzt schon,
während Zwergfledermäuse Ende Juli ihre Quartiere verlassen und ins
Unbekannte verschwinden, sind die anderen Arten länger anwesend. |
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Die meisten Rückmeldungen (55%)
betrafen Fledermäuse der Gattung Pipistrellus. Da es sich dabei um
Zwerg-, Mücken-, Weissrand-, oder Rauhautfledermaus handeln kann,
sind diese Quartiere als Pipistrellus spec. bezeichnet. Grafik vergrößert anzeigen |
© Copyright 2010 BUND Naturschutzzentrum Westlicher Hegau o Alle Rechte vorbehalten o Seitengestaltung: Dr. Michael Klinger o Wir wünschen allen Kunden und Fledermausfreunden viel Erfolg beim Fledermausschutz im Jahr 2010 o last updated 10.04.2010