Eine Harfe für den Fledermausschutz ...

Benefizkonzerte gehören heute zum Grundrepertoire fast jeder größeren gemeinnützigen Vereinigung. Wollen auch wir jetzt Harfenklänge dazu nutzen, von gleichermaßen kultur- und naturverbundenen Zeitgenossen dringend benötigte Unterstützung einzuspielen? Nein: Fledermausharfen sind etwas ganz anderes - aber Unterstützung haben wir trotzdem bekommen und dafür danken wir hier ganz herzlich!

(wf) Fledermausharfen sind so leise, dass sie sogar den höchst empfindlichen Ohren der Fledermäuse selbst entgehen. Und genau das ist der Trick: dünne, locker senkrecht gespannte Nyloschnüre bilden sich im Ultraschall der Fledermäuse kaum ab, so dass die Tiere arglos gegen dieses Hindernis fliegen Eine Fledermausharfeund dann in den darunter aufgespannten Beutel fallen (siehe Skizze einer aufgebauten Harfenfalle aus Palmeirin & Rodrigues 1993, Bat Research News 34).

Damit wäre die wahre Identität dieser Harfe also gelöst: es handelt sich um eine Falle, die sich findige Fledermauskundler bereits in den 50er Jahren in Amerika ausgedacht hatten. Im Gegensatz zum Fang in Stellnetzen können die Tiere viel schneller und schonender aus der Planen-Wanne unterhalb der Fangfäden herausgeholt werden und die Falle insgesamt ist wesentlich wendiger und vielseitiger einsetzbar als die herkömmlichen, 6 bis 12 Meter langen Netze, die nicht jeder Quartierbesitzer gerne von seinen Petunien quer durch die Tomaten bis hin zu den Gartenmöbeln aufgespannt sehen möchte.

Wozu aber brauchen Fledermausschützer Fledermausfallen? Gewiss nicht, um Fledermäuse dort wegzufangen wo sie vielleicht stören und sie an andere Stellen zu verfrachten. Dies wird zwar hin und wieder von uns erwartet, ist jedoch glücklicherweise verboten und außerdem mit ziemlicher Sicherheit erfolglos. Fangen möchten wir Fledermäuse vielmehr in den Fällen, in denen uns die Aufklärung der Fledermausart oder des Quartiertyps wichtig erscheint. Beispielsweise müssen wir hierzulande alleine bei den Zwergfledermausartigen zwischen 4 sehr ähnlichen Arten unterscheiden: von der relativ häufigen eigentlichen Zwergfledermaus über den Saisongast Rauhautfledermaus, die weitgehend unbekannte Mückenfledermaus bis hin zum Neubürger Weißrandfledermaus. Hier können wir die Quartiere nur zuordnen, wenn wir einige Bewohner beim abendlichen Ausflug kurz fangen, bestimmen und sofort wieder fliegen lassen. Diese genauen Kenntnisse über Quartiere und Arten kommen dann auch konkreten Schutzmaßnahmen, z.B. im Zusammenhang mit Renovationen, zugute.

Ab diesem Jahr werden solche und ähnliche Fangaktionen durch unsere Fledermausharfe erleichtert, deren Anschaffung durch einen Zuschuss der Stiftung des Landesnaturschutzverbandes (LNV) Baden-Württemberg möglich wurde. Den Rest konnten wir aus Spenden finanzieren - hierfür herzlichen Dank an alle Unterstützer!

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