Fledermausschutz in der Region Schaffhausen - Hegau - Bodensee ...

... ein Überblick über weitere Aktivitäten in den vergangenen Monaten

Zunehmende Winterschlafmuffel?

(wf) Mag es nun daran liegen, dass die Leute dahinter gekommen sind, dass wir irgendwie fröhlicher gucken, wenn man uns etwas über Fledermäuse erzählt, oder mag es tatsächlich eine Folge milderer Winter sein: inzwischen erreichen uns regelmässig Berichte fliegender Fledermäuse im Dezember, Januar und Februar. Solche Winterschlafmuffel - zumeist Grosse Abendsegler, die am hellen Tag über der winterlichen Landschaft ihre Kreise zogen, manchmal aber auch kleinere Arten - waren auch in früheren Zeiten vor allem in Bodenseenähe immer wieder zu beobachten, jedoch scheint es, als ob die Beobachtungen zunehmen. Nun gibt es ja im Laufe des Winters beachtliche Änderungen in der Belegung von Winterquartieren und infolgedessen müssen die Tiere auch im Winter hin und wieder mobil sein - ausserdem ist mehr oder weniger regelmässiges Aufwachen, oft mit Änderung des Hangplatzes, eine typische Erscheinung während des Winterschlafs. Aber was wir hier beobachten können oder glaubhaft geschildert bekommen, ist alles andere als ein kurzes Hervorlugen aus einem Winterschlafquartier oder das rasche Überwechseln von einem Versteck zum nächsten: viele der "Winterfledermäuse" jagen zweifellos nach Insekten, wenn es die Umgebungstemperaturen zulassen.

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Winterquartier-Vandalismus

(wf) Wirklich langer Atem und eine hohe Frusttoleranz ist gefragt, wenn es um die Sicherung von Winterquartieren mit fledermausfreundlichen Gittern geht. In dieser Hinsicht haben wir im vergangenen Jahrzehnt dank öffentlicher und privater Unterstützung einiges leisten können und wir gehen davon aus, in unserem Gebiet nun die meisten bekannten, wichtigen Winterschlafquartiere in Höhlen und Stollen gesichert zu haben. Leider ist an einigen neuralgischen Punkten dieser Zustand nur von begrenzter Dauer und wir müssen bei den Winterquartierkontrollen feststellen, dass Gitterstäbe herausgesägt oder ganze Türen mit brachialer Gewalt (vermutlich mit Maschinenhilfe) aus der Verankerung gerissen wurden. Unser Arsenal an Tricks gegen solche Einbruchswut ist inzwischen durchaus beachtlich, aber jede zusätzliche Sicherung und Verstärkung und erst recht jede Reparatur bedeutet natürlich auch zusätzliche Kosten und zusätzlichen Zeitaufwand. Neben Schäden bei Stein am Rhein und am Hohentwiel war es vor allem ein Sandsteinkeller bei Rielasingen-Arlen, dessen Verschluss immer wieder mit roher Gewalt aufgebrochen wurde. Hier hat die Gemeinde Rielasingen-Worblingen in äusserst dankenswerter Weise Zähigkeit bewiesen und Schäden immer wieder repariert.

Inzwischen ist auch die Anfahrt vor den Stolleneingang nicht mehr möglich, so dass sich das Fledermaustor nicht mal eben zum schlüssellosen Öffnen an einen Schlepper anhängen lässt. Die Kehrseite: im Laufe der vielen und wiederholten Reparaturen sind wir mit den jeweils aktuellen Schlüsseln etwas durcheinander gekommen - und waren bei der jüngsten Winterquartierkontrolle selbst ausgesperrt.

 

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